Eine erste Rezension – Jetzt spricht Dylan Mint und Mr Dog hält die Klappe von Brian Conaghan

Ich hatte in letzter Zeit recht viel Glück mit meinen Bewerbungen bei den Auslosungen für verschiedene Leserunden bei Lovelybooks, sodass ich gleich mehrere Bücher zugeschickt bekommen habe. 

Bei Lovelybooks bin ich erst seit Kurzem, eigentlich wollte ich mich erst gar nicht anmelden, muss ich zugeben. Ich war bereits zuvor bei Goodreads, was mir zwar recht gut gefällt, aber es ist nun einmal mehr auf die englischen Buchleser ausgerichtet, sodass zu vielen Büchern nur die englischen Titel auswählbar sind oder mühsam selber erstellen muss. Irgendwann las ich dann im Internet öfters von „Lovelybooks“ und besonders das ansprechende Design und die vielen Leserunden mit den Buchverlosungen haben mich dann doch neugierig gemacht. Nachdem ich erstmal bei vielen Verlosungen nur Pech hatte, begann im August/September plötzlich meine Glückssträhne!

In kurzer Zeit hatte ich gleich 4x gewonnen, ich war völlig baff, aber auch ein bisschen überfordert: 4x Gewinnen bedeutet auch 4x an Leserunden aktiv teilnehmen und 4 Rezensionen schreiben, schließlich wollte ich meinen Pflichten auch folgsam nachkommen 😉 Zwischendurch war ich auch noch für 10 Tage im Urlaub, aber im Endeffekt hat alles prima geklappt: ein Buch kam vor meinem Urlaub noch an, dazu hatte ich noch ein Ebook dabei, zu dem ich auch über Lovelybooks gekommen bin (also eigentlich waren es insgesamt 5 Bücher, nur dass das eine mit keiner Leserunde verbunden war). Und nach dem Urlaub warteten dann gleich 3 Bücher auf mich, mein Bruder hatte in der Zwischenzeit gut auf sie aufgepasst ❤

So, jetzt aber zur ersten Rezension. Den Anfang macht ein Buch, das mir persönlich gut gefallen hat. Ich habe jedoch schon alles von begeisternden Reaktionen bis hin zu „war gar nichts für mich“ gelesen. Aufmerksam wurde ich auf das Buch bereits über einige andere Bücher-Blogs, die das Buch vorstellten. Nun kommt also meine, bescheidene, Meinung zu Jetzt spricht Dylan Mint und Mr Dog hält die Klappe von Brian Conaghan:

Jetzt spricht Dylan Mint und Mr Dog hält die Klappe

 

Das Leben kann schon echt gemein sein: da hat man mit seinem Tourette-Syndrom schon genug Probleme, als man mit 16 Jahren – und damit voll in der Pubertät – erfährt, dass man nur noch wenige Monate zu leben hat. Genau dies passiert Dylan Mint. Anstatt, dass er aber jetzt den Kopf in den Sand steckt, listet er auf, was er im Leben noch erreichen möchte: Mit Michelle, dem begehrtesten Mädchen auf der Schule, schlafen, dafür sorgen, dass Amir, sein bester Freund, nicht mehr als „Curry“ beschimpft wird und seinen Vater, der als Soldat im Auslandseinsatz weilt, nach Hause holen. Ganz schön viel zu tun also, aber Dylan lässt sich nicht unterkriegen.

Anders als vielleicht gedacht, verfolgt das Buch über lange Strecken kein richtiges Ziel. Es scheint, dass mehr Wert darauf gelegt wird, dem Leser das Innenleben eines 16jährigen Teenagers mit Tourette näherzubringen, mit all seinen Schwierigkeiten. Dagegen ist überhaupt nichts einzuwenden jedoch stagniert das Buch daher zur Mitte hin und manches wiederholt sich. Zwar hat Dylan immer seine Liste im Hinterkopf, bisweilen tut er sich aber sehr schwer, Schuld daran ist natürlich häufig auch seine Krankheit, die ihn immer wieder allerlei Schimpfwörter zu seinen Mitmenschen sagen lässt.

Sehr gut haben mir die Situationen mit seiner Mutter gefallen, die die Innigkeit der Mutter-Sohn-Beziehung sehr gut gezeigt haben. Zwar ist Dylan, wie ein typischer Teenager nun einmal so ist, manchmal peinlich berührt, aber meist sehnt er sich doch nach einer beruhigenden Umarmung seiner Mutter, insbesondere nach Streitigkeiten. Trotzdem hatte ich als Leserin häufig das Gefühl, dass Dylan wesentlich jünger als 16 Jahre wirkt. Es ist die Naivität gepaart mit Unwissenheit, die mich etwas haben zweifeln lassen, ob ein 16jähriger sich wirklich so verhalten würde. Vielleicht liegt dies jedoch daran, dass Dylan, der keinesfalls dumm ist, in eine „spezielle“ Schule muss, an der normaler Unterricht nur eher selten stattfinden kann. Alle Schüler haben ihre gewissen Probleme, die sehr authentisch dargestellt werden. Auch hat Dylan außer Amir keine weiteren richtigen Freunde, dadurch erscheint er bisweilen recht isoliert von seiner Umwelt und kennt manche Dinge, die ansonsten wohl jeder Teenager kennt, wie z.B. Facebook, nicht.

Toll, wenn auch manchmal schwierig für den Leser auf Anhieb zu verstehen, ist die eigene Sprache mit ihren Redewendungen, die Dylan mit seiner Mutter und Amir spricht. Das bremst den Lesefluss zwar von Zeit zu Zeit, hat aber seinen ganz eigenen Charme.

Hervorheben möchte ich noch die tolle Übersetzungsleistung, es muss sehr schwer gewesen sein, die englische Jugendsprache (Dylan hat sowieso nochmal eine ganz eigenes Sprache) ins Deutsche zu übersetzen. In den allermeisten Fällen gelang das wirklich gut z.B. „Mit der Stütze in der Grütze“, nur ganz selten hatte ich das Gefühl, dass es etwas krumm klang. Toll!

Das Buch ist wohl eher als Jugendbuch konzipiert und so möchte ich es auch bewerten. Zwischendurch hatte ich einen kleinen „Hänger“ beim Lesen, da mir schien, dass die Handlung nicht so recht vorangeht. Dies ändert sich jedoch gegen Ende des Buches, wo dem Leser endlich viele offene Fragen beantwortet werden und sich doch einiges noch zum Guten wendet.  Schwankte Dylan vorher sehr zwischen Kind und Teenager, ist er am Ende sehr viel reifer und zeigt, dass er einfach ein toller und lieber Junge ist.

Insgesamt gefällt mir das Buch mit kleineren Abstrichen wie der Stagnation zur Mitte hin und dadurch, dass ich das Handeln mancher Personen so gar nicht nachvollziehen konnte, gut. Auch wenn das Buch durchaus eine ernsthafte Thematik anspricht, wird es durch Dylan Naivität und Komik sehr aufgelockert. Es ist wirklich mal ein ganz anderes Buch: frech, teilweise auch anstrengend, aber gleichzeitig bewegend und häufig lustig.

Von mir gibt´s dafür:  starstarstarstar

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