Ihr seid einsam in Bus und Bahn?

Euch ist langweilig in Bus und Bahn? Ihr wollt endlich mal mit mehr fremden Menschen ins Gespräch kommen? Lesen macht´s möglich! Ja, Lesen! Ich hätte es ja selbst nicht gedacht, aber seitdem ich im Bus dauernd lese und weniger am Handy hänge, kamen doch einige nette Gespräche mit anderen Mitfahrenden zustande.
Zuletzt passierte es mir als ich Immer wieder Gandhi von Vikas Swarup gelesen habe, ein ganz tolles Buch übrigens. Da sprach mich erst eine Dame an, nachdem sie immer wieder zu mir hingeschaut hatte und ich mich fast schon unwohl fühlte, wie ich denn das Buch fände.So kamen wir ins Gespräch und sie erzählte mir, dass sie im Berufsleben viel mit indischen Autoren zutun gehabt hätte. Kurz danach musste ich am Hauptbahnhof den Bus wechseln und wieder setzte sich eine ältere Dame neben mich, ich packte wieder mein Buch aus und prompt sprach sie mich an (ok, das Buch ist auch recht farbenfroh, vielleicht lag es daran?), aber ich war schon erstaunt! Wieder entstand ein wirklich nettes Gespräch, auch wenn dieses eher über ihre Enkelin ging. So kleine Gespräche find ich doch immer wieder nett.

Eigentlich wollte ich in dem Post über Der Distelfink von Donna Tartt schreiben, das lese ich nämlich zurzeit. Erst habe ich mich nicht so richtig rangetraut – so ein dickes Buch, von so vielen gefeiert, aber ist das nicht etwas zu hohe Literatur für mich? Langweile ich mich bei der Lektüre und schäme mich dann furchtbar, da ich dem Buch nicht gewachsen war und es abbrechen musste? Lese ich überhaupt zu viel Trivialliteratur und kann deshalb sogenannte „gute Bücher“ gar nicht schätzen? Fragen über Fragen… Nachdem ich mehrmals in der Bibliothek an dem Buch vorbeigegangen bin, hab ich es dann letztendlich doch mitgenommen. Die ersten 30 Seiten waren schnell gelesen, doch dann kamen diverse Bücher bei mir an, die mit Leserunden verbunden waren und somit erstmal Priorität hatten. Gestern dann überlegte ich, welches Buch denn nun als nächstes ansteht. Drei auf Reisen von David Nicholls hatte ich gerade beendet und war davon noch sehr begeistert. So fiel mein Blick auf Der Distelfink und die Entscheidung war gefallen. Gestern Abend hab ich gelesen wie auch heute im Bus auf dem Hin- und Rückweg und wow, das Buch ist richtig, richtig gut! Ich kann noch nicht einmal sagen, woran das liegt. Die Story ist gar nicht so aufregend, aber es ist so wunderbar geschrieben, so detailreich ohne langweilig zu werden oder sich in Nichtigkeiten zu verlieren, dass es einfach Spaß macht und ich mich mitten im Geschehen fühle. Bis zum Ende ist zwar noch ein weiter Weg, aber zurzeit bin ich geradezu froh, dass noch ganz viele tolle Seiten vor mir liegen.

Zurück zu Gesprächen in Bus und Bahn: heute sprach mich wieder eine ältere Dame (es sind irgendwie immer ältere Damen… also falls ihr Kontakt zu jungen, attraktiven Männern sucht, ist Lesen in öffentlichen Verkehrsmitteln vielleicht doch nicht das Mittel der Wahl, sorry! ;)) an. Sie fragte mich, ob das Buch denn wirklich so gut sei, wie man überall hört. „Oh ja!“, war da nur meine Antwort. Wir unterhielten uns noch kurz und sie wünscht sich das Buch nun zu ihrem Geburtstag, der bald vor Tür steht 🙂

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