Bücher über Bücher & meine Meinung zu Die Seiten der Welt von Kai Meyer

Nichts scheint Buchfreunde mehr zu faszinieren als Bücher über Bücher. Eigentlich ist es ja wirklich kurios, aber auch ich werde immer ganz neugierig, wenn ich auf solche Bücher stoße. In der letzten Zeit bin ich gleich auf mehrere Bücher über Bücher aufmerksam geworden, die mich auf den ersten Blick gleich interessiert haben. Drei, die ich bereits gelesen habe,  möchte hier an dieser Stelle kurz vorstellen.

Die Seiten der WeltDen Anfang macht Die Seiten der Welt von Kai Meyer. Gestern Nacht habe ich das Buch beendet, leider bin ich nicht ganz so glücklich mit dem Buch. Die Erwartungen waren natürlich auch sehr hoch (hier habe ich bereits etwas zu dem Buch geschrieben). Ja, es dreht sich in diesem Buch alles über Bücher und das ist an sich auch toll. Leider wirkte es auf mich oft zu gewollt, fast schon gezwungen, alles irgendwie buchisch zu verarbeiten. Einzelne Ideen waren schön, z.B., dass jeder der Bibliomanten (Menschen, die mit Bücher eine gewisse Magie erzeugen können) ein Seelenbuch besitzt, das erst zu ihm finden muss. Auch die Exlibri, aus Büchern gefallene Wesen, waren eine nette Idee. Aber irgendwann wurde es einfach zu viel, es gab einen Wald der toten Bücher und Bücherfledderer und eine Bücher-Akademie und Lesezeichen als Pässe zum Betreten der Bücherstadt und so weiter. Dazu drohte auch noch die große Entschreibung, die Bücherwelt zu vernichten. Die Story an sich ist ganz nett, aber auch nichts völlig neues: Ein Waisenkind, das versucht den Bruder zu retten und dabei noch gleich die ganze Welt. Leider fiel es mir schwer, mir die beschriebene Welt richtig vorzustellen, da dem Leser dafür nicht viel Zeit gegeben wird. Die Geschichte fängt rasant an, an sich natürlich nichts schlechtes, aber es gab keinen Ruhepunkt, daher fühlte ich mich zwischenzeitlich richtig gehetzt. Alle Personen sind ständig auf der Jagd oder Flucht auf oder vor jemanden. Die Stadt, Libropolis, konnte in meinen Gedanken dem Vergleich mit der Stadt Buchhaim aus Die Stadt der träumenden Bücher von Walter Moers auch nicht standhalten.

Mir scheint, es hätte dem Buch ganz gut getan, wenn man sich etwas mehr Zeit genommen hätte, seine Gedanken zu ordnen und die übriggebliebenen Ideen dann weiter ausgearbeitet hätte. Die Idee ist toll, die Umsetzung leider nicht ganz so.

Bewertung: starstarstar  (eher 2.5 aber aufgrund der an sich guten Ideen 3 Sterne)

 

Buchladen zum VerliebenDas nächste Buch, das ich vorstellen möchte, ist Ein Buchladen zum Verlieben von Katarina Bivald. Auf das Buch war ich im Voraus bereits aufmerksam geworden, da die Beschreibung wirklich schön klang und eigentlich perfekt für Liebhaber von Büchern und Buchläden. Erschienen ist es beim BTB-Verlag:

Wie eine Buchhandlung einen verschlafenen Ort wieder zum Leben erweckt.

Es beginnt mit einer ungewöhnlichen Brieffreundschaft. Die 65-jährige Amy aus Iowa und die 28-jährige Sara aus Schweden verbindet eines: Sie lieben Bücher – mehr noch als Menschen. Begeistert beschließt die arbeitslose Sara, ihre Seelenverwandte zu besuchen. Als sie jedoch in Broken Wheel ankommt, ist Amy tot. Und Sara plötzlich mutterseelenallein. Mitten in der Einöde. Irgendwo in Iowa. Doch Sara lässt sich nicht unterkriegen und eröffnet mit Amys Büchersammlung einen Laden. Und sie erfindet neue Kategorien, um den verschlafenen Ort für Bücher zu begeistern: »Die verlässlichsten Autoren«, »Keine unnötigen Wörter«, »Für Freitagabende«, »Gemütliche Sonntage im Bett«. Ihre Empfehlungen sind so skurril und liebenswert wie die Einwohner selbst. Und allmählich beginnen die Menschen aus Broken Wheel tatsächlich zu lesen – während Sara erkennt, dass es noch etwas anderes im Leben gibt außer Büchern. Zum Beispiel einen ziemlich leibhaftigen Mr. Darcy …

Das Buch fand ich leider todlangweilig (entschuldigung für die Wortwahl, aber das ist für mich an dieser Stelle leider die einzig richtige Beschreibung). Ich habe mich durch die ersten 100 Seiten mit der schnarchigen, und irgendwie auch unsympathischen, Protagonistin gekämpft und dann beschlossen, das es für mich pure Zeitvergeudung war. So wirklich viel passierte nicht, die Personen waren durchweg etwas seltsam und das nicht im positiven Sinne,sondern eher im Sinne von „langweilig komisch uninteressant“. Wirklich schade, da ich mir von dem Buch doch sehr viel mehr versprochen hatte. Dafür gibt es von mir dann auch nur einen Stern: star

 

Buchhandlung mr penumbraZum Abschluss bildet aber ein positives Beispiel für Bücher über Bücher, nämlich Die sonderbare Buchhandlung des Mr Penumbra von Robin Sloan. Diese Buch gehört eigentlich ins Fantasy-Genre, aber es hat am Ende doch weniger Fantasyelemente als man zunächst denken würde, wenn man diese Info vom Verlag Blessing liest:

Als Clay Jannon seinen Job als Webdesigner verliert, meldet er sich auf eine Stellenanzeige hin bei Mr. Penumbra, der in San Francisco eine alte, verstaubte Buchhandlung betreibt, die rund um die Uhr geöffnet ist. Clay übernimmt die Nachtschicht, und bald ist ihm klar, dass hier irgendetwas nicht stimmt: Die Kunden kaufen nichts, sondern leihen die Bücher nur aus, drei Stockwerke hohe Regale beherbergen riesige Folianten, die keine Texte beinhalten, sondern nur ellenlange Reihen aus Buchstaben. Nach und nach findet Clay heraus, dass Mr. Penumbra und seine Kunden einem uralten Geheimnis auf der Spur sind. Mit der Unterstützung seiner Freundin Kat und seines ältesten Kumpels Neel, sowie der Weisheit von Mr. Penumbra, macht sich Clay daran, dieses Geheimnis zu lüften. Ein Geheimnis, das bis in die Anfangszeiten des Buchdrucks zurückreicht.

Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra ist ein spannendes literarisches Rätsel und ein inspirierendes und philosophisches Buch voller einzigartiger Charaktere und visionärer Ideen.

 

Überraschend ist, dass das Buch doch eine andere Richtung einschlägt als der Leser nach den ersten Seiten vermuten würde. Es geht sehr viel mehr um IT-Technik und Logik als um magische Rätsel, auch wenn dieser Teil natürlich auch nicht zu kurz kommt. Im Buch werden ganz neue Ideen umgesetzt und das hat mir richtig gut gefallen. Die Charaktere waren auch toll, ein bisschen Hipster, ein bisschen verrückt, aber keineswegs nervig. Von mir gibt´s also eine klare Empfehlung für dieses Buch:

starstarstarstar

 

 

Advertisements

3 Gedanken zu “Bücher über Bücher & meine Meinung zu Die Seiten der Welt von Kai Meyer

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s