Rezension: Der nie abgeschickte Liebesbrief an Harold Fry von Rachel Joyce

 

Cover der nie abgeschickte Liebesbrief...Ich war ein wenig überrascht als ich mitbekam, dass nun eine Art Nachfolger (tatsächlich sind die Handlungen parallel zueinander angesiedelt) zu Die seltsame Pilgerreise des Harold Fry erscheinen würde. Mit Der nie abgeschickte Liebesbrief an Harold Fry erzählt Rachel Joyce nun die Geschichte aus der Sicht von Queenie, zu der Harold wochenlang quer durch England reiste.

Ich war von Die seltsame Pilgerreise des Harold Fry nicht ganz so angetan wie viele andere. Ich mochte das Buch schon, aber ich bin auch nicht in Begeisterungsstürme verfallen. So ganz klar war mir die Beziehung zwischen Harold und Queenie während des Lesens nie, daher hoffte ich, dass dies durch „Der nie abgeschickte Liebesbrief an Harold Fry“ geändert würde.

Die Handlung dreht sich diesmal ganz um Queenie, die in einem Brief an Harold ihre früheren Begegnungen mit ihm sowie ihren Alltag als Sterbenskranke in einem Hospiz beschreibt. Das Buch plätschert so vor sich hin, es ist ganz schön, aber fesselnd ist anders. So wirklich berührt hat mich Queenies Geschichte leider nicht, ich habe die meiste Zeit eine seltsame Distanziertheit zu ihr verspürt, gepaart mit Mitleid. Gefallen haben wir jedoch die Szenen, die sich im Hospiz abspielten. Hier wurden die verschiedenen Bewohner wirklich toll und liebevoll entworfen, vieles war berührend, aber auch sehr humorvolle und kuriose Situationen kamen nicht zu kurz.

Gestört hat mich, dass Queenie in ihren Briefen von Anfang an ein Geheimnis rund um Harolds Sohn David andeutet. Zu Beginn war ich noch ganz gespannt, um was es da wohl gehen würde, aber es wurde weiterhin nur fortlaufend etwas ganz Furchtbares angedeutet ohne mal zum Punkt zu kommen. Die Auflösung gegen Ende war dann auch wesentlich unspektakulärer als erhofft und hat mich etwas genervt zurückgelassen. Ganz zum Schluss gibt es nochmal eine kleine überraschende Wendung, die mir gefallen hat.

Zusammengefasst ist das Buch ganz nett als Ergänzung zum vorherigen Buch, aber mehr dann auch nicht. Insbesondere die Leser vom Vorgängerbuch wissen ungefähr, was sie erwartet.
Meine Bewertung: starstarstar

 

 

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