Rezension: Der Tag, an dem ich fliegen lernte von Stefanie Kremser

der tag an dem ich fliegen lernteMit Schrecken ist mir gerade aufgefallen, dass ich die Rezension zu Der Tag, an dem ich fliegen lernte von Stefanie Kremser noch gar nicht online gestellt hatte! Das Buch war das erste, das ich im Rahmen einer Lovelybooks-Leserunde gewonnen habe und darf auf keinen Fall hier fehlen. Als Lateinamerika-„Fan“ hatte ich das Buch recht schnell im Blick und war dadurch umso erfreuter als die Nachricht kam, dass ich es gewonnen hatte 🙂

Kurz zusammengefasst geht es um einen jungen Vater (Paul) und seine Tochter (Lulu), die sich auf der Suche nach der Mutter (Aza), die die beiden kurz nach der Geburt verlassen hat, bis nach Brasilien begeben. Zudem ist die Suche verwoben mit der Geschichte eines bayerischen Dorfs, dessen eine Hälfte der Bewohner Ende des 19. Jahrhunderts nach Brasilien auswanderten.

Der erste Teil des Buches handelt von der leicht chaotischen Studenten-WG, in der Lulu aufwächst. Dieser Teil hat mir aufgrund der sehr authentischen Beschreibung fast am besten gefallen, auch wenn dort durchaus auch Trauriges geschieht. Der zweite Teil, der hauptsächlich aus der Geschichte des Dorfes „Hinterdingen“ besteht, war wegen der Thematik sehr interessant. Teilweise war es leider schwierig, die einzelnen Personen auseinanderzuhalten und somit habe ich ein paar Mal „den Faden verloren“. Den Abschluss bildet die Erzählung von Paul und Lulus Leben in Brasilien und der Suche nach Aza. Hier stolperte ich besonders darüber, dass sich Paul und Lulu lange Zeit lassen bis sie endlich richtig auf die Suche gehen. Auch kam das Ende des Buchs recht plötzlich, hier hätte ich mir ein etwas ausführlicheres Ende gewünscht. Trotzdem hat mir auch dieser Teil sehr gut gefallen, da ich mir richtig vorstellen konnte wie sie voller Staunen in dieses neue Leben in Brasilien eintauchten.

Insgesamt ein überdurchschnittliches Buch mit interessanter Story, die anders als man es erwarten könnte verläuft. Mir haben besonders das außergewöhnliche Thema (Auswanderung) und die sehr schöne Sprache gefallen.  Einiges blieb am Ende offen, teilweise hätte ich mir mehr Antworten gewünscht, teilweise war es aber auch genau richtig so.

Es ist jetzt schon ein wenig her, dass ich das Buch gelesen habe. Jetzt im Nachhinein kann ich sagen, dass es mir doch sehr im Kopf geblieben ist – auf positive Weise. Das Thema „Suche nach den eigenen Wurzeln“ wurde differenziert und nachvollziehbar behandelt, ohne schwerfällig zu geraten. Die Leserunde hat mir zudem besonders gut gefallen, da auch die Autorin, die lange Zeit in Lateinamerika gelebt hat, selbst teilnahm und auf viele Kommentare sehr genau einging. So macht es gleich noch mehr Spaß 🙂

starstarstarstar

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