Rezension: Ein Diktator zum Dessert von Franz-Olivier Giesbert

Rezension
 
Nun endlich kommt die versprochene Rezension zu Ein Diktator zum Dessert von Franz-Olivier Giesbert, nachdem ich in den letzten Tagen nicht wirklich zum Bloggen gekommen bin…
 

ein diktator zum dessert

Ein Diktator zum Dessert – Franz-Olivier Giesbert – Carl´s books

In Ein Diktator zum Dessert erzählt die 105jährige Rose erzählt aus ihrem Leben, daher liegt der meiste Teil des Romans in der Vergangenheit. Nur ein kleiner Teil spielt zur jetzigen Zeit. Rose blickt auf ein sehr turbulentes Leben zurück: als Kind in Armenien erlebt sie zunächst noch eine glückliche Kindheit, dann wird sie aber recht schnell mit dem Grauen des Genozids an den Armeniern durch die Türken konfrontiert. Was danach folgt, ist ein Leben immer auf Reisen – für die junge Rose geht es nach Spanien, Frankreich, Deutschland… und noch einige Länder mehr. Wirkliche Ruhe kommt nur selten auf, ständig muss sie ihre gerade errichteten Zelte wieder völlig abbrechen, da sie aufgrund verschiedener Gründe fliehen muss. Parallel erfährt der Leser Stück für Stück von ihren Nachforschungen über eine Frau aus Deutschland, von der der Leser aber erst spät erfährt, was Rose und sie verbindet.

 
Eins zieht sich aber durch ihr ganzes Leben: ihre Nähe zu teilweise sehr seltsamen Männern. Diese und Rose scheinen sich magnetisch anzuziehen und das stürzt sie doch immer wieder ins Verderben. Sie benutzt ihre Weiblichkeit als Waffe und ist sich aber auch für nichts zu schade. Der Roman ist wirklich unterhaltsam, dabei provoziert er häufig durch seine politische Unkorrektheit. Besonders zu Anfang dachte ich manchmal Muss das sein? oder auch Autor, warum??. Im Endeffekt passte es aber zusammen, vielleicht musste ich mich mit dem Ton auch erst anfreunden und verstehen, dass das Buch keineswegs gefällig sein will.
 
Herrlich amüsiert und gleichzeitig auch wieder verschreckt hat mich z.B. wie Rose plötzlich auf den doch noch sehr jungen Nachbarsjungen steht bzw. nur darauf wartet, dass er endlich erwachsen wird. Dabei soll der ihr doch eigentlich nur bei ihren Nachforschungen helfen… tja, so ist die die gute Rose – immer für eine Überraschung gut.
 
Ich sehe durchaus Parallelen zu der 100jährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand von Jonas Jonasson, jedoch ist hier alles eine ganze Spur böser und krawalliger. Dadurch, dass es so viele Stationen im Leben der Rose gab, werden diese meist nicht zu ausführlich beschrieben, manchmal wechselte der Ort doch sehr schnell und schwupps, war Rose schon wieder ganz woanders. Allerdings muss man 105 Jahre Lebenszeit ja auch erstmal auf 314 Buchseiten unterbringen.
 
Für allzu zartbesaitete Leser ist dies vielleicht nicht das richtige Buch, mich hat es aber sehr gut unterhalten, nachdem ich manche verbale Ausdrücke und Rose Art mit „Problemen“ umzugehen einfach mal so hingenommen habe. Und wer weiß, ob die alte Dame nicht manchmal ein wenig dazu fantasiert hat 😉 Ich habe sie auf jeden Fall recht lieb gewonnen, auch wenn sie so einiges auf dem Kerbholz hat…
 
Meine Bewertung24 Sterne
 
 

** Das Buch wurde mir vom Bloggerportal vom Random House Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt – herzlichen Dank! **

 

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4 Gedanken zu “Rezension: Ein Diktator zum Dessert von Franz-Olivier Giesbert

  1. Da gab es für Dich und das Buch ja doch noch ein Happy End, was? 🙂 Macht mich auf jeden neugierig, was Du hier schreibst, ich denke, ich werd es einfach mal im Auge behalten, gerade, wenn bei mir mal wieder ein Roman gefragt ist. Den 100jährigen habe ich auch noch ungelesen um Regal liegen, *räusper*, manche Bücher muss man eben doch gleich lesen, sonst macht man es nachher nie! 😉

    Liebe Grüße!!

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