Rezension: Das Büro der einsamen Toten von Britta Bolt

Rezension

Der Masterarbeitsstress hat mich noch fest im Griff, aber zu lange Zeit wollte ich mir dann auch nicht mit der Rezension zu Das Büro der einsamen Toten lassen.

das büro der einsamen toten

Das Büro der einsamen Toten – Britta Bolt – Hoffmann & Campe

Krimis lese ich ja ganz gerne mal zwischendurch, aber da sich – jedenfalls meiner Meinung nach – vieles immer wieder wiederholt, braucht es schon etwas Besonderes, um mich für einen Krimi zu interessieren. Bei Das Büro der einsamen Toten von Britta Bolt handelt es sich zum Glück wirklich mal um etwas Neues:

Er ist kein Polizist, kein Privatdetektiv – und trotzdem dreht sich in seinem Leben alles um den Tod. Im „Büro der einsamen Toten“ bei der Stadt Amsterdam kümmert sich Pieter Posthumus um die einsamen Toten – Menschen ohne Angehörige, Menschen, die keiner vermisst – und richtet ihnen ein würdiges Begräbnis aus, mit Musik und Gedichten. Bei seinen Recherchen stößt er auf so manche Ungereimtheit. In der Prinsengracht ist die Leiche eines jungen Mannes gefunden worden. Die Umstände seines Todes sind mysteriös. Posthumus nimmt auf eigene Faust die Ermittlungen auf und gerät in ein Netz von Intrigen …

©Hoffmann und Campe

Pieter Posthumus ist genau so, wie ich ihn mir vorgestellt habe: liebenswert, leicht schräg, aber mit viel Biss. Allerdings steht er nicht alleine im Fokus: im Buch laufen mehrere Handlungsstränge parallel und erst spät wird ersichtlich, wie diese denn zusammenhängen. Das ist nicht schlimm, auch wenn ich zunächst dachte, dass nur Posthumus im Zentrum stände. Grob geht es um eine islamistische Zelle in Amsterdam, ein durchaus spannendes und aktuelles Thema. Aber auch eine weitere Ermittlungseinheit spielt eine wichtige Rolle in dem Krimi. Ich will nicht zu viel verraten, aber besonders sympathisch war mir diese nicht 😉
 

In diesem Krimi geht es eher ruhig zu, vielleicht manchmal einen kleinen Ticken zu ruhig, obwohl ich ja durchaus eine Anhängerin von subtiler Spannung bin – die Holzhammermethode brauche ich bekanntlich nicht. Die Handlung brauchte ein wenig, um sich zu entwickeln. Ich denke, das lag unter anderem an den verschiedenen Handlungssträngen. Es dauerte bei mir einfach seine Zeit, um die einzelnen Personen wirklich kennenzulernen. Das soll jetzt aber nicht zu negativ wirken, das war es nämlich nicht! Gegen Ende wurde es dann durchaus nochmal etwas rasanter und endlich liefen alle Stränge zusammen, auch wenn ich ein klein wenig brauchte, um alles zu verstehen. (Das mag aber auch daran liegen, dass ich geistig dauernd halb bei meiner Masterarbeit bin :D)
 
Trotzdem hätte ich gerne noch viel mehr über Posthumus erfahren, da er wirklich nach einer Person klingt, über die man noch viel, viel mehr schreiben könnte. Der nächste Krimi soll wohl im März 2016 auf Deutsch veröffentlicht werden, da wird meine Neugier dann hoffentlich befriedigt 😉
 
Übrigens haben mir die Beschreibungen von Amsterdam wirklich Lust auf einen Besuch der Stadt gemacht. Es hat definitiv Spaß gemacht, immer mal wieder auf der Karte nachzuschauen, wo Posthumus und die anderen gerade unterwegs sind. Zudem muss ich auch noch loswerden, wie sehr mir das wunderschöne Cover gefällt!
 
Wer einen eher ruhigen Krimi mit aktuellen Thema in einer atmosphärisch-toll beschriebenen Stadt sucht, sollte hier zugreifen! Besonders die Idee, dass mal kein polizeilicher Ermittler oder Detektiv nach dem Mörder sucht, hat mir richtig gut gefallen. Gerne mehr davon!
 
Meine Bewertung23 Sterne
 
 
 

(Bei der Bewertung habe ich mich diesmal richtig schwer getan. Es kratzt für mich sehr an den 4 Sternen, daher bekommt das Buch bei Lovelybooks und Goodreads diese auch von mir 😉 )

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