Rezension: Der unrechte Wanderer von Michael M. Thurner

Rezension neu

der unrechte wandererRecht spontan hab ich zu Der unrechte Wanderer von Michael M. Thurner gegriffen. Eigentlich hatte ich noch genug Bücher bei mir zuhause rumliegen, aber irgendwie sprach mich der Klappentext an und so ein wenig hatte ich mir ja auch vorgenommen, mal wieder mehr Fantasy zu lesen (Wortmagie´s Makabre High Fantasy Challenge ist da nicht ganz unschuldig dran). Auf einer längeren Busfahrt hab ich´s dann gleich in die Tasche gesteckt und losgelesen.


Die Story handelt primär von Eldar, der plötzlich – wie das genau geschehen ist, kommt erst ganz am Ende raus – aus der merkwürdigen Welt „Treibgier“ rausfällt und von Seeleuten gerettet wird. Diese nehmen ihn zunächst auf, allerdings flieht er von dort recht schnell, da ihn nur ein Gedanke antreibt: Seine Geliebte, Harana, wartet in Treibgier darauf, dass er sie rettet, denn die Welt dort ist unerträglich. Zudem fechten überall die Wicca (Hexen) gegen Magicae einen uralten Kampf aus. Soweit die Kurzzusammenfassung, allerdings ist alles sehr viel komplexer. Erzählt wird die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven, auch wenn Eldar wohl am häufigsten vorkommt. Der Leser verfolgt das Geschehen u.a. auch aus der Perspektive Amelias, eine mittelalte Frau, die auf der Suche nach ihren Söhnen ist, Tercas (eine Wicca), die den Magicae Einhalt gebieten will und Pirmen (ein Magicus), der den fremden Eldar aufspüren will, um ihn gegen die Wicca zu verwenden.

Zunächst muss der Leser sich ein wenig orientieren und herausfinden, wer eigentlich wer ist und welche Ziele verfolgt und was die einzelnen Handlungsstränge miteinander verbindet. Die meiste Zeit sind die Figuren auf der Reise durch ein wirklich schreckliches Land: überall scheinen Krieg und Gewalt den Alltag zu beherrschen. Wirklich sympathisch war mir daher auch keine der Figuren und wenn ich gerade dachte, verstanden zu haben, wie die Figur tickt, dann wartete der Autor gleich mit der nächsten Wendung auf. Manche Figuren mochte ich trotzdem lieber als andere. Pirmen war mir z.B. völlig zuwider und so mochte ich seine Kapitel anfangs gar nicht gerne. Insgesamt liest sich das Buch sehr flüssig, manchmal war die Sprache etwas derb, allerdings war es dem Genre angepasst und so sehr ich manche Dinge auch abstoßend fand, war es doch angemessen. Vermutlich lachen da passionierte Dark Fantasy– Leser sowieso nur drüber.

Ansonsten hat das Buch alles, was man sich von einem Fantasybuch nur wünschen kann: eine abenteuerliche Reise durch dunkle Städte, in denen das Chaos regiert, merkwürdige Dörfer, verwilderte Wälder, furchterregende Flüsse, die von Göttern gesteuert sein zu scheinen, verschiedenste magische Wesen…
Besonders gegen Ende hin hatte mich das Buch dermaßen gefesselt, dass ich die letzten 150 Seiten in einem Rutsch weggelesen habe, da ich unbedingt wissen musste wie es denn nun ausgeht! Natürlich möchte ich hier niemanden spoilern, aber das Ende war in mancherlei Hinsicht sehr überraschend.

Für mich hat sich dieser Ausflug in ein mir bisher unbekanntes Genre richtig gelohnt. Das Buch hat meine Nerven zwar ein wenig strapaziert, aber es war spannend und wirklich gut gemacht!

4 meine Bewertung

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